Kurz gesagt
Sarkopenie ist der altersbedingte, fortschreitende Verlust von Skelettmuskelmasse, Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit. Sie erhöht das Risiko für Stürze, Gebrechlichkeit und den Verlust der Selbstständigkeit im Alter.
Ab etwa dem 40. Lebensjahr verlieren Menschen im Durchschnitt kontinuierlich Muskelmasse, wenn dem nicht gezielt entgegengewirkt wird; dieser Verlust beschleunigt sich häufig nach dem 60. bis 70. Lebensjahr. Ursächlich sind mehrere zusammenwirkende Faktoren: der altersbedingte Rückgang anaboler Hormone wie Testosteron und Wachstumshormon, eine verminderte Fähigkeit der Muskelzellen, auf Proteinzufuhr mit Muskelaufbau zu reagieren (anabole Resistenz), verringerte körperliche Aktivität sowie chronische, niedriggradige Entzündung (Inflammaging).
Die Diagnose stützt sich nach aktuellen internationalen Konsensuskriterien nicht allein auf Muskelmasse, sondern kombiniert Muskelkraft (etwa Griffkraft), Muskelmasse (gemessen z. B. per DEXA-Scan) und funktionelle Leistungsfähigkeit (etwa Gehgeschwindigkeit) – denn Kraft- und Funktionsverlust korrelieren enger mit Sturz- und Sterberisiko als die reine Muskelmasse.
Die mit Abstand am besten belegte Gegenmaßnahme ist regelmäßiges, progressives Krafttraining, das in randomisierten kontrollierten Studien bei älteren Erwachsenen konsistent Muskelkraft und funktionelle Leistungsfähigkeit verbessert – auch bei Personen, die erst im hohen Alter damit beginnen. Ausreichende Proteinzufuhr unterstützt diesen Effekt. Kreatin-Monohydrat gehört zu den am besten untersuchten Nahrungsergänzungsmitteln in Kombination mit Krafttraining zur Unterstützung von Muskelkraft und -masse im Alter.
Wichtig zu wissen
- Fortschreitender Verlust von Muskelmasse, -kraft und Funktion ab etwa dem 40. Lebensjahr
- Diagnose kombiniert Kraft, Masse und funktionelle Leistungsfähigkeit, nicht Masse allein
- Progressives Krafttraining ist die am besten belegte Gegenmaßnahme, in jedem Alter wirksam
- Ausreichende Proteinzufuhr und ggf. Kreatin unterstützen den Trainingseffekt