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Biomarker & Tests

Frailty-Index

Auch genannt: Gebrechlichkeitsindex, frailty index

Reviewed by CureMed LabsAktualisiert am
Kurz gesagt

Der Frailty-Index (Gebrechlichkeitsindex) ist ein zusammengesetzter Wert, der den Anteil vorhandener gesundheitlicher Defizite – etwa Krankheiten, funktionelle Einschränkungen und auffällige Laborwerte – an einer definierten Liste möglicher Defizite angibt. Er dient dazu, Gebrechlichkeit systematisch statt nur subjektiv einzuschätzen.

Der Ansatz, ursprünglich von Rockwood und Mitchell entwickelt, beruht auf einem einfachen Prinzip: Je mehr unterschiedliche gesundheitliche Defizite eine Person aufweist – aus einer Liste von typischerweise 30 bis 70 Items wie Seh- oder Hörminderung, Gedächtnisproblemen, eingeschränkter Mobilität oder chronischen Erkrankungen –, desto höher ihr Gebrechlichkeitswert. Der Index wird als Anteil (Zahl vorhandener Defizite geteilt durch Zahl untersuchter Defizite) berechnet, meist zwischen 0 und 1.
Alternativ existiert der klinisch einfachere Frailty-Phänotyp nach Fried, der Gebrechlichkeit anhand von fünf körperlichen Kriterien definiert: unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Erschöpfung, geringe Griffkraft, langsame Gehgeschwindigkeit und geringe körperliche Aktivität. Beide Ansätze korrelieren in Studien zuverlässig mit dem Risiko für Stürze, Krankenhausaufenthalte, Pflegebedürftigkeit und Sterblichkeit – unabhängig vom chronologischen Alter.
In der klinischen Praxis wird der Frailty-Index vor allem in der Geriatrie eingesetzt, etwa zur Einschätzung, ob eine ältere Person eine geplante Operation oder eine intensive Krebstherapie gut verträgt. Für die Langlebigkeitsmedizin ist der Wert relevant, weil er – anders als viele Biomarker – direkt funktionelle Endpunkte abbildet, die für die Lebensqualität zählen.
Wichtig zu wissen
  • Zählt den Anteil vorhandener gesundheitlicher Defizite an einer definierten Item-Liste
  • Alternative: Fried-Phänotyp mit fünf körperlichen Kriterien
  • Korreliert mit Sturz-, Pflege- und Sterberisiko, unabhängig vom chronologischen Alter
  • In der Geriatrie etabliert, u. a. zur OP-Risikoeinschätzung

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