Kurz gesagt
Quercetin ist ein Flavonoid, das in vielen Obst- und Gemüsesorten wie Zwiebeln und Äpfeln vorkommt. Es wirkt antioxidativ und entzündungshemmend und wird in Kombination mit dem Krebsmedikament Dasatinib als mögliches Senolytikum erforscht.
In Zell- und Tierstudien zeigt Quercetin antioxidative Eigenschaften, indem es freie Radikale abfängt, sowie entzündungshemmende Effekte über mehrere Signalwege. Von besonderem Forschungsinteresse ist die Kombination aus Dasatinib und Quercetin (D+Q), bei der Dasatinib vor allem seneszente Fettzell-Vorläufer und Quercetin verschiedene andere seneszente Zelltypen angreifen soll – die Kombination zeigte in frühen kleinen Studien am Menschen bei bestimmten Erkrankungen (u. a. Lungenfibrose, chronische Nierenerkrankung) Effekte auf Biomarker der Seneszenz.
Diese frühen Humanstudien waren überwiegend klein, offen (nicht placebokontrolliert) oder auf spezifische Patientengruppen mit fortgeschrittenen Erkrankungen beschränkt. Sie liefern erste Hinweise, sind aber nicht ausreichend, um eine allgemeine Anti-Aging-Wirkung von Quercetin bei gesunden Menschen zu belegen.
Wie bei Resveratrol ist die orale Bioverfügbarkeit von reinem Quercetin begrenzt, weshalb manche Präparate es mit Substanzen wie Bromelain oder Phospholipiden kombinieren, um die Aufnahme zu verbessern – die klinische Relevanz dieser Formulierungsunterschiede beim Menschen ist unterschiedlich gut untersucht. Quercetin ist in Deutschland frei verkäuflich, kann aber mit bestimmten Medikamenten interagieren (u. a. manchen Blutverdünnern), was vor der Einnahme ärztlich abgeklärt werden sollte.
Wichtig zu wissen
- Flavonoid mit antioxidativer und entzündungshemmender Wirkung
- Kombination Dasatinib+Quercetin: früh erforschtes Senolytikum, bislang meist bei Vorerkrankungen getestet
- Frühe Humandaten vielversprechend, aber klein und nicht placebokontrolliert
- Begrenzte orale Bioverfügbarkeit; mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten beachten