Kurz gesagt
Fisetin ist ein Flavonoid, das in Erdbeeren, Äpfeln und anderen Früchten vorkommt und in Tierstudien unter den am gründlichsten untersuchten Senolytika zählt – Substanzen, die seneszente Zellen selektiv abtöten sollen.
In präklinischen Studien zeigte Fisetin in Zellkultur- und Mausmodellen eine Fähigkeit, seneszente Zellen selektiv zum Absterben zu bringen, und verbesserte in gealterten Mäusen Gesundheitsparameter und teils die Lebensspanne – Effekte, die vergleichbare oder stärkere Ergebnisse als andere getestete Senolytika zeigten. Das hat Fisetin zu einem der meistdiskutierten Kandidaten für die Übertragung senolytischer Konzepte auf den Menschen gemacht.
Beim Menschen wird Fisetin derzeit in mehreren randomisierten, placebokontrollierten Studien untersucht, unter anderem zur Wirkung niedrig dosierter, wiederholter Fisetin-Gaben auf Entzündungsmarker, Gebrechlichkeit und allgemeine Sicherheit bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters. Solche Studienprotokolle wurden erst kürzlich veröffentlicht; belastbare Ergebnisse zu Wirksamkeit bei gesunden Erwachsenen stehen noch aus.
Fisetin ist in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich, wird aber – wie bei Senolytika-Konzepten aus der Forschung generell üblich – häufig in kurzen, wiederholten Einnahmezyklen statt dauerhaft diskutiert. Wie bei anderen Flavonoiden ist die orale Bioverfügbarkeit begrenzt, was die Übertragbarkeit der in Tierstudien verwendeten Dosen auf den Menschen erschwert.
Wichtig zu wissen
- Flavonoid mit den in Tierstudien stärksten gezeigten senolytischen Effekten
- Verbesserte Gesundheitsparameter und teils Lebensspanne bei gealterten Mäusen
- Placebokontrollierte Humanstudien laufen; Ergebnisse zu gesunden Erwachsenen stehen noch aus
- Wird meist in kurzen, wiederholten Zyklen statt Dauereinnahme diskutiert