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Biologie des Alterns

mTOR

Auch genannt: mechanistic Target of Rapamycin, mammalian Target of Rapamycin, TORC1

Reviewed by CureMed LabsAktualisiert am
Kurz gesagt

mTOR (mechanistic Target of Rapamycin) ist eine Proteinkinase, die als zentraler Nährstoff- und Energiesensor der Zelle fungiert und bei Nährstoffüberfluss Wachstum und Proteinsynthese antreibt. Seine Hemmung verlängert in praktisch jedem bisher getesteten Modellorganismus die Lebensspanne.

mTOR bildet zwei unterschiedliche Proteinkomplexe, mTORC1 und mTORC2. mTORC1 ist der für das Altern relevantere: Er integriert Signale zu Aminosäuren, Wachstumsfaktoren, Sauerstoff und Energiestatus und schaltet bei Überfluss auf Wachstumsprogramm – Proteinsynthese hoch, Autophagie (die zelluläre „Aufräumfunktion“) herunter. Das ist evolutionär sinnvoll, wenn Nahrung reichlich vorhanden ist, wird aber im chronischen Nährstoffüberfluss moderner Ernährung zum Problem, weil Autophagie und Zellreparatur dauerhaft gedrosselt bleiben.
Die Hemmung von mTOR gehört zu den am besten reproduzierten Befunden der Alternsforschung überhaupt: Bei Hefen, Fadenwürmern, Fruchtfliegen und Mäusen verlängert eine mTOR-Hemmung – meist durch das Medikament Rapamycin – zuverlässig die Lebensspanne. Beim Menschen liegt bislang keine Studie vor, die eine verlängerte Lebensspanne durch mTOR-Hemmung zeigt. Eine placebokontrollierte Phase-2a-Studie mit über 260 älteren Erwachsenen zeigte 2018 jedoch, dass eine niedrig dosierte, sechswöchige mTOR-Hemmung die Rate von Atemwegsinfektionen im Folgejahr senkte und die Antikörperantwort auf eine Grippeimpfung verbesserte – ein Hinweis auf verbesserte Immunfunktion im Alter, aber kein Nachweis einer verlängerten Gesundheits- oder Lebensspanne.
In Deutschland ist Rapamycin (Sirolimus) ausschließlich als verschreibungspflichtiges Medikament erhältlich, zugelassen etwa zur Verhinderung von Organabstoßung nach Transplantationen und zur Behandlung bestimmter seltener Erkrankungen. Eine Off-Label-Verordnung zur Alternsprävention liegt im Ermessen des behandelnden Arztes und erfordert eine sorgfältige individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung, unter anderem wegen Effekten auf das Immunsystem und den Fettstoffwechsel.
Wichtig zu wissen
  • Zentraler Nährstoffsensor: aktiv bei Nährstoffüberfluss, treibt Wachstum und Proteinsynthese
  • mTOR-Hemmung verlängert die Lebensspanne in Hefe, Wurm, Fliege und Maus – der robusteste Befund der Alternsforschung
  • Eine Phase-2a-Studie am Menschen (2018) zeigte verbesserte Immunfunktion, keine Lebensspannen-Daten
  • Rapamycin ist in Deutschland verschreibungspflichtig; Off-Label-Einsatz erfordert ärztliche Abwägung

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Häufig gestellte Fragen

Verlängert mTOR-Hemmung beim Menschen die Lebensspanne?

Das ist bislang nicht belegt. Die stärksten Lebensspannen-Daten stammen aus Tierstudien. Am Menschen liegen Daten zu Immunfunktion und Biomarkern vor, aber keine Lebensspannen- oder Langzeit-Outcome-Studien.

Ist Rapamycin in Deutschland frei erhältlich?

Nein. Rapamycin (Sirolimus) ist verschreibungspflichtig und in Deutschland nur über einen Arzt bzw. eine Ärztin und mit ärztlicher Indikation erhältlich.

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