Kurz gesagt
Das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP) ist ein Bluttest, der niedriggradige, chronische Entzündung präziser erfasst als der klassische CRP-Test für akute Infektionen. Erhöhte Werte sind mit einem höheren kardiovaskulären Risiko assoziiert.
C-reaktives Protein wird in der Leber als Reaktion auf entzündungsfördernde Botenstoffe, insbesondere Interleukin-6, gebildet und steigt bei akuten Infektionen oder Verletzungen stark und schnell an. Der hochsensitive Test (hs-CRP) misst denselben Stoff, aber mit einer Nachweisgrenze, die auch die deutlich niedrigeren Konzentrationen erfasst, die bei chronischer, niedriggradiger Entzündung ohne akute Erkrankung vorliegen – also genau der Art von Entzündung, die mit Inflammaging in Verbindung gebracht wird.
In großen prospektiven Kohortenstudien ist ein erhöhter hs-CRP-Wert statistisch mit einem höheren Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall assoziiert, auch nach Berücksichtigung klassischer Risikofaktoren wie LDL-Cholesterin. Fachgesellschaften nutzen hs-CRP daher als zusätzlichen Baustein der kardiovaskulären Risikoeinschätzung, insbesondere bei Personen mit mittlerem Risiko, bei denen die Einordnung anhand klassischer Faktoren allein unklar bleibt.
Wichtig für die Einordnung: hs-CRP ist unspezifisch – der Wert steigt bei jeder Form von Entzündung, auch bei einer banalen Erkältung, leichtem Übergewicht oder nach intensivem Sport, und sagt nichts über deren Ursache aus. Ein einzelner erhöhter Wert sollte daher im Kontext wiederholt gemessen und gemeinsam mit anderen Befunden interpretiert werden, statt isoliert als Diagnose verstanden zu werden.
Wichtig zu wissen
- Misst niedriggradige, chronische Entzündung präziser als der klassische CRP-Test
- In Kohortenstudien mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko assoziiert, unabhängig von LDL-Cholesterin
- Unspezifisch: steigt bei jeder Entzündungsursache, auch banalen Infekten oder nach Sport
- Am aussagekräftigsten wiederholt gemessen und im Kontext anderer Werte interpretiert