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Biologie des Alterns

Die Kennzeichen des Alterns

Auch genannt: Hallmarks of Aging, Hallmarks des Alterns

Reviewed by CureMed LabsAktualisiert am
Kurz gesagt

Die „Kennzeichen des Alterns“ sind ein Rahmenwerk aus miteinander verknüpften zellulären und molekularen Prozessen – etwa genomische Instabilität, Telomerverkürzung oder zelluläre Seneszenz –, die gemeinsam als treibende Mechanismen des biologischen Alterns gelten.

Das Konzept wurde 2013 von López-Otín und Kollegen in einem vielzitierten Übersichtsartikel eingeführt und 2023 auf zwölf Kennzeichen erweitert. Dazu zählen unter anderem genomische Instabilität, epigenetische Veränderungen, Verlust der Proteostase, gestörte Nährstoffwahrnehmung (u. a. über mTOR und AMPK), mitochondriale Dysfunktion, zelluläre Seneszenz, Erschöpfung von Stammzellen, veränderte interzelluläre Kommunikation und chronische Entzündung (Inflammaging).
Der Wert des Rahmenwerks liegt darin, Altern nicht als eine einzelne Krankheit oder einen einzelnen Prozess zu behandeln, sondern als Ergebnis mehrerer, sich gegenseitig verstärkender Mechanismen. Das erklärt, warum Interventionen, die an einem einzelnen Kennzeichen ansetzen – etwa Senolytika bei Seneszenz oder NAD+-Vorstufen beim Stoffwechsel –, in Tiermodellen zwar deutliche Effekte zeigen können, aber selten das gesamte Bild des Alterns beeinflussen.
Wichtig für die Einordnung: Das Rahmenwerk selbst ist gut etabliert und wissenschaftlich breit akzeptiert, es beschreibt aber überwiegend Mechanismen, die in Zellkulturen und Tiermodellen charakterisiert wurden. Dass eine Intervention gegen ein bestimmtes Kennzeichen des Alterns wirkt, ist deshalb ein plausibler Ansatzpunkt für Forschung, aber kein Ersatz für den Nachweis eines tatsächlichen Nutzens beim Menschen in kontrollierten Studien.
Wichtig zu wissen
  • Rahmenwerk aus zwölf miteinander verknüpften Alternsmechanismen (López-Otín et al., erweitert 2023)
  • Umfasst u. a. genomische Instabilität, Seneszenz, mitochondriale Dysfunktion, Inflammaging
  • Erklärt, warum einzelne Interventionen selten das gesamte Altern beeinflussen
  • Beschreibt Mechanismen aus Zell- und Tiermodellen – kein Ersatz für Humandaten zu konkreten Interventionen

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