Kurz gesagt
Berberin ist ein Pflanzenalkaloid aus Berberitzen- und verwandten Pflanzenarten, das über eine Aktivierung von AMPK ähnliche Stoffwechseleffekte wie das Medikament Metformin zeigt. Es wird in Studien vor allem zur Blutzucker- und Blutfettsenkung untersucht.
Berberin aktiviert wie Metformin die AMP-aktivierte Proteinkinase (AMPK), unter anderem durch eine milde Hemmung der mitochondrialen Atmungskette, wodurch der Energiestatus der Zelle verändert wird. Über diesen Signalweg werden Glukoseaufnahme in Muskelzellen und Fettsäureoxidation gefördert, während die Glukoseneubildung in der Leber gedämpft wird.
In mehreren randomisierten klinischen Studien am Menschen, überwiegend bei Personen mit Typ-2-Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten, senkte Berberin Nüchternblutzucker, HbA1c und LDL-Cholesterin in einer Größenordnung, die in manchen Metaanalysen mit der von Metformin vergleichbar war. Diese Studien sind in Zahl und Größe jedoch deutlich geringer als die jahrzehntelange Forschung zu Metformin, und die Studienqualität variiert erheblich.
Berberin ist in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, im Unterschied zu Metformin also nicht verschreibungspflichtig – was aber nicht mit einer gleichwertigen Prüftiefe verwechselt werden sollte. Häufige Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Natur (Blähungen, Durchfall), und wegen Wechselwirkungen mit Leberenzymen, die auch viele Medikamente verstoffwechseln, sollte die Einnahme bei bestehender Medikation ärztlich abgeklärt werden.
Wichtig zu wissen
- Aktiviert AMPK ähnlich wie Metformin, über milde Hemmung der Atmungskette
- Senkt in Studien Nüchternblutzucker, HbA1c und LDL-Cholesterin
- Deutlich weniger und kleinere Studien als zu Metformin
- In Deutschland frei verkäuflich; Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich